Los jetzt – Frühling!

Es ist der 23. Februar 2017, das Thermometer zeigt 10,6 °C, der Himmel hängt grau und tief. Und dennoch: auf dem Hundespaziergang singen die Vögel, die Zweige zeigen feine Knospen und die Laune sagt es aus. Es wird Zeit für den Frühling. Am liebsten sofort und am liebsten dürfte sich auch ein sehr früher Sommer bald zeigen. Gut, diese Hoffnung wird wohl enttäuscht werden und ich will es auch nicht übertreiben.

Aber was tut die schneidernde Frau? Sie näht sich die warme Jahreszeit herbei. In diesem Fall mit einem lässigen Jacket in nebenweiß.

 

 

Der Stoff ist eine grob gewebte Baumwolle mit einem leichten Schimmer, das Futter ein hellblauer Acetat.

 

 

Wer genau hinschaut, erkennt: ich war schon wieder faul. Wie auch beim letztem Jacket habe ich auf Knöpfe verzichtet. Da die Jacke eher weit als eng ist, werde ich sie nie geschlossen tragen. Weshalb also sollte ich mir die Arbeit machen? Eben 🙂

 

 

Ich bin sehr versucht, noch einige Jackets zu nähen. Wenn ich nur die Zeit fände, einen zweiten Schnitt zu zeichnen, der figurnäher ist – und der dann auch mal Knöpfe bekäme … achja, vielleicht sollte ich abwarten, bis der Winter ganz sicher entschwunden ist. Nur nähen ohne das Ergebnis gleich ausführen zu können, ist doch traurig, oder? Oder nicht? Oder doch? Na, solange ich mich nicht entscheiden kann, schaue ich mich beim Rums um 🙂

Achja, eines noch, weil ich in letzter Zeit immer mal auf die Küche hingewiesen wurde – weshalb knipse ich hier, wo doch der Hintergrund so unruhig/unfeministisch/profan sei: es gibt in unserem Haus schlicht keinen Ort, der ruhig/kämpferisch/besonders ist und dabei so viel Licht und Platz bietet. So traurig es ist, so ist es nun einmal bis auf weiteres.

Die Gewinnerinnen :-)

Am allerliebsten würde ich natürlich allen ein Buch senden und erfahren, ob ihr gerne darin geblättert habt, ob die zwei gegensätzlichen Seiten des Themas gut zusammen gewachsen sind und überhaupt und sowieso 🙂

Aber drei Bücher habe ich, drei Gewinnerinnen gibt es – heute morgen mit Katzenhilfe gezogen wurden: Annemarie, Maria und Jule – bitte seid so lieb und meldet euch.

Nun aber: Wer will gewinnen?

In eigener Sache zu schreiben fällt mir auch nach Jahren noch schwer, also kurz und knackig: Heute morgen sind fünf Exemplare des Buches bei mir eingetroffen, zu dem ich Texte geschrieben habe. Und drei davon verlose ich jetzt wie versprochen.

Wer also möchte gewinnen? Und weshalb musst du es unbedingt haben? Das schreibt ihr mir bitte in die Kommentare bis Montagabend und am Dienstagmorgen lasse ich dann das Los entscheiden.

Jetzt nur nicht schüchtern sein – drei Bücher suchen ein Zuhause. Sollte die Gewinnerin danach Lust haben, etwas darüber in ihrem Blog (so sie einen führt) zu schreiben, so freue ich mich doppelt – na ok, das hängt vermutlich vom Fazit ab 😀

Gewinnspiel?

Manchmal ist der Wurm drin und er will nicht recht heraus. Verständlich, er hat es sich gemütlich gemacht, lebt in seinem Apfel und stört sich nicht geringsten daran, was andere um diesen Apfel herum wohl wollen. Von ihm oder dem Apfel oder überhaupt. Das könnte ein wunderbarer, geradezu romantisch verklärender Anfang eines Märchens sein, dessen Hauptakteur weniger Apfel als orange ist …

Aber nein, heute will ich nicht politisch werden und ich wünschte, all diese häßlichen Männer würden aus meinem Sichtfeld verschwinden. Und deshalb mal etwas Schönes (und ich widerstehe dem Impuls „… solange es noch geht“ außerhalb dieser Klammern zu schreiben). Ich warte nach wie vor auf meine Exemplare, die längst unterwegs sein sollten und es wohl auch sind, aber einfach nicht zu mir finden. Das ist der Wurm im Apfel. Und längst wollte ich drei dieser Bücher hier unter euch verlosen. Solange sie aber nicht hier sind, kann ich nicht so recht loslegen, oder? Dabei möchte ich schon gerne wissen, was andere zu dem Werk sagen, das zwei ganz unterschiedliche Seiten desselben Themas zu vereinen sucht. Ich gebe zu, ich bin noch immer oder eigentlich jetzt erst recht aufgeregt.

Mads Rønnborg (et moi …) – 100 x Outfit of the day


Je nun … wie fange ich an? Wie bespreche ich ein Buch, an dem ich selbst beteiligt war? Vermutlich genauso subjektiv, wie ich es auch bei all den anderen Büchern tat, die ich rezensieren durfte. Wie es zu meiner Beteiligung kam, erzählte ich euch in der vorletzten Woche schon. Doch wie das fertige Werk aussehen würde, davon hatte ich nur eine ungefähre Ahnung und bis heute morgen endlich auch eines meiner Exemplare eintraf, fragte ich mich, wie meine Texte und die Bildstrecke zusammen gehen würden.
Kurz gesagt: gut. Sie gehen gut zusammen.

Im Grunde ist es ein Wunder, denn auf den ersten Blick haben meine Meinung zu den Themen Kleidung, Schönheit und Selbstbewußtsein wenig gemein mit dem auf Instagram & Co. gebräuchlichen #ootd. Ich bin nicht hip und schick und trendy und keine Freundin altbekannter und wiedergekäuter Stylingtricks – also vielleicht das Gegenteil dessen, was der Hashtag verspricht und bietet. Zehn Themen haben wir, die Projektleiterin und ich, gewählt, zu denen ich schreiben sollte, was mir einfiel (da sei ich frei, man wolle etwas anderes als das Übliche):

 

 

 

Guter Stil, Stilregeln, Figur und Charakter, Image und Persönlichkeit, Komfort, Die richtigen Farben, Trends und Klassiker, Mode und Inspiration, Styling no-Gos – diese Texte sind mein Beitrag zu diesem bunten Buch voller verrückter, ungewöhnlicher, klassischer, sportlicher, und und und Inspirationen.

 

 

Und all diese Outfits hat Mads Rønnborg zusammen gestellt. Ich behaupte mal, euch als Selbermacherinnen geht es ähnlich wie mir und so gestehe ich zu meiner ewigen Schande, dass mir der Name nichts sagte, als er mir nach dem Schreiben der ersten Texte genannt wurde als derjenige, der für den aufwändigen Bildteil verantwortlich sein würde. Mads hatte vor einiger Zeit eine Stylingshow im Frühstücksfernsehen (da lässt sich einiges bei youtube finden), er arbeitet beim Magazin Barbara als Stylist, daneben kleidet er Prominente ein und sorgt für perfekte Outfits in Werbekampagnen. Und diese Bandbreite von schlicht bis schillernd, alltäglich bis aufregend bringt er in die hier gezeigten Kombinationen mit ein. Ein kluger Dreh erscheint mir übrigens der Verzicht auf Models: so bleibt jeder von uns Platz genug, ihren eigenen Körper gedanklich in die Vorschläge einzukleiden, ohne sich mit der Figur des Models zu vergleichen – hier schließt sich der Kreis zwischen meinen Texten und seinen Vorschlägen gelungen.
 

 

Nun ist dieses Buch – trotzdem es in einem der großen Handarbeitsverlage erschienen ist – nicht unbedingt an Hobbyschneiderinnen und -strickerinnen gerichtet. Weshalb also sollte es in euren Bücherschrank? Mal abgesehen davon, dass ich äußerst geschmeichelt wäre, wenn ich dort stehen dürfte …
Schaue ich in meinen Schrank, so finden sich dort neben all den Strick-, Näh-, Schnittmuster- und Konstruktionsbüchern noch einmal genau so viele Bücher zu Kostümgeschichte, Filmmode, Strickhistorie und Stilikonen. Dabei kommt auch der Mode selbst ein großer Anteil zu und viele dieser Bücher stammen aus England oder genauer gesagt: von Trinny und Susannah und Gok Wan. Und ich blättere sie auch nach Jahren immer wieder gerne durch, weil sie mich inspirieren. Mal ist es der Gürtel zur Jeans, mal die flachen Schuhe zum Bleistiftrock – immer wieder finde ich etwas, was den Prozess des Nähenwollens in Gang setzt. Es ist ein angenehm warmes Gefühl, nun ein ähnliches Buch auf Deutsch in der Hand zu halten, in dem ich mich (also ICH – wahrhaftig ICH, es ist surreal) über verkrustete Regeln hermachen darf. UND gleichzeitig habe ich jetzt ganz aktuell Lust, wieder einen Bleistiftrock zu nähen, weil mir Mads‘ Auswahl Appetit gemacht hat. Wenn ihr also ähnlich gestrickt seid wie ich, dann habt ihr Spaß an diesem Band.

Das Buch 100 x Outfit of the day ist ein DinA4-Hardcover mit herrlich festen und mattglatten Seiten (gut, für mich hätte sich jetzt ALLES toll angefühlt :-D), es kommt auf 160 Seiten daher und erscheint im Topp-Verlag für 19,90 €.

PS: Achso und achja – sobald ich mehr Zeit habe, kommt auch die Verlosung noch 🙂