Wieder einmal ein Zelt. In himmelblau. Mit Sonne!

Dass ich eine gewiße Vorliebe für weite Kleider und im besonderen Zeltkleider habe, habe ich 2015 und 2016 schon gezeigt. Ich finde ja, dass diese Kleider erstaunlich viel Figur zeigen, dafür, dass sie der Taille nicht nahe kommen; wir könnten nun darüber diskutieren, ob und weshalb das so ist. Wir können es auch lassen.

Nun hatte ich seit etwa zwei Jahren einen Stoff im Lager, den ich online bestellte und der sich als erstaunlich anders heraus stellte: In der Beschreibung war er eine Woll-Poly-Mischung mit leichter Struktur, graublau, leicht und fließend. Im Paket verwandelte er sich in ein recht kräftiges Himmelblau mit sehr deutlicher Struktur, dabei eher steif und starr und alles andere als dünn. Immer wieder packte ich ihn von links nach rechts, von oben nach unten, überlegte, was daraus wohl werden könne. Für einen Frühjahrsmantel waren die zwei Meter nicht ausreichend, für einen Blazer fand ich ihn nicht beweglich genug und die Farbe war alles andere als kombinationsfreudig.

Vor drei Wochen dann war ich so ärgerlich auf diesen Stoff, der mir Platz wegnahm, dass ich ihn heraus nahm und an ihm herum zupfte, in der Hoffnung auf plötzliche Inspiration. Kam nicht. Also ging ich es logisch an – ein ganz neues Vorgehen hier im Hause. Im Ausschlußverfahren kam ich darauf, er könne nichts anderes als ein weites Kleid mit halblangen Ärmeln werden und von da aus entstand dann das hier:

 

 

Was letzten Endes daraus wurde, entwickelte sich Schritt für Schritt – wenn ein Stoff das Herz nicht erobert hat, ist das Experimentieren erleichternd und leicht. Aber erst einmal zupfe ich das Kleid wieder zurecht, damit die Falte gerade sitzt. Oder nein, erst einmal zeige ich, dass da eine riesige Falte ist:

 

 

Der Grundschnitt ist der Bunkaschnitt, den ich immer verwende, wenn die Kleidung eher locker sitzen soll – der Pepin-Block ist deutlich figurnäher und ich denke, vom Endergebnis aus lässt sich auch immer gut erkennen, welchen von beiden ich benutzt habe.
Im ersten Schritt habe ich eine meiner bevorzugten Auschnittformen, eine flache, eckige, eingezeichnet. Der Bunkaschnitt ist von Achsel bis Hüfte gerade und wird je nach Silhouette mit rundum acht Abnähern und einer Seitennahtvertiefung eng angelegt, dazu kommt ein Brustabnäher aus dem Armloch heraus. Um auch dem weiten Kleid noch Form zu geben, habe ich im zweiten Schritt die Seitennaht an der Taille um 2 cm vorne und hinten verschmälert und dann den Brustabnäher (am Rücken den Schulterabnäher) komplett in den Saum gedreht – so fällt das Kleid in der Taille leicht ein und schafft vermutlich den oben genannten Effekt.

 

 

Aber irgendwie erschien mir das zu langweilig und als ich den Schnitt probeweise auf den Stoff legte, stellte ich fest, dass ich trotz halben Ärmels und großer Saumweite noch ein wenig Platz hatte. Und keine Lust, noch mehr Schnitt zu malen. So rutschte ich die VM um satte 12 cm weg vom Stoffbruch. Mir schwebte eine unauffällige Kellerfalte vor. So unauffällig, wie eine himmelblaue Falte in einem Stoff mit Persönlichkeit halt sein kann.
Ruckzuck war ich im Anprobestadium, blickte, noch bevor ich den Spiegel erreicht hatte, an mir herunter und musste lachen: Es war, als schaue ich auf zwei Stahlsäulen hinab, die monumental an mir entlangwallten. Vorm Spiegel sah es nicht viel anders aus – positiv ausgedrückt stand ich in einem Kunstwerk, das die Nichtigkeit der Menschheit ausdrückte. Was tun?
Nur kurz spielte ich mit dem Gedanken, den Stoff und die Falten mit bügelnder Gewalt unter Kontrolle zu bringen, aber eigentlich gefiel mir dieses Eigenleben gut. Und während ich da vor dem Spiegel stand, legte ich meine Linke über die Taille und hatte die Erleuchtung: Ich lasse dem Stoff all seine elementare Kraft und bändige sie nur soweit, dass ich in ihr nicht gar so nichtig erscheinen würde. Über etwa 4 cm an der leicht nach oben versetzten Taille habe ich also die Kellerfalte zu- und an die die darunter liegende Mittelnaht angesteppt.

Und jetzt? Ist es tragbar, mag ich es?

 

 

Ja, ich mag es sogar sehr, wenn ich auch noch nicht sagen kann, wie häufig ich es tragen werde: Ein wärmender Stoff, der luftig absteht, passt nur in eine kleine Temperaturspanne. Aber ich mag die unabsichtliche Mischung zwischen mittelalterlich und 60er-Jahre-Trapez.

 

 

Von hinten ist es übrigens ganz, ganz schlicht:

 

 

Und weil es nicht nur Dienstag ist, sondern ich mit diesem Stoff äußerst kreativ war, trage ich mich gerne beim Creadienstag ein 🙂

68erin trägt was? Natürlich ein bißchen Hippie!

Ich liebe Kleidung und die Beschäftigung mit dem Äußeren immer schon: Als Kind habe ich mich mit Wonne verkleidet. Da ich nicht nur Kind, sondern dazu ein bönnsches Schlüsselkind war, hatte ich zum Einen einen gewißen Fundus bestehend aus meinen Karnevalskostümen, – perücken und -schminken und dem unbewachten Kleiderschrank meiner Mutter zur Verfügung und zum Anderen hatte ich viel Zeit ohne Eltern zu Hause. Ich war Prinzessin samt Ross (erst das Bügelbrett, später die Wäschetruhe), die Prinzen befreite, war Indianerin mit Silberbüchse oder mit der besten Freundin ein Engel für Charlie. Am Tag zog ich mich etwa sechs bis acht Mal um, blätterte zwischendurch in Zeitschriften und Büchern, schaute beim Fernsehen schon früh auf Krinolinen, Petticoats, Jeans und Knotenblüschen und baute sie mit meinen Mitteln nach – ein Plumeau ließ sich mit Gürteln um die  Taillen schnallen, darüber drapierte ich Laken und Tagesdecken, steckte sie mit Sicherheitsnadeln zu Turnüren hoch und knotete Blusen meiner Mutter um die Schultern, um ich standesgemäß am Wiener Hof verbeugen zu können. Beispielsweise.

Bis heute ziehe ich mit Kleidung immer auch ein wenig Stimmung, ein wenig Einstellung mit an. Oder konkreter und besser ausgedrückt: Zeigt die ausgewählte Kleidung ein wenig von meinen Vorstellungen, meinen Vorlieben und meiner Persönlichkeit. So gibt es einige Stile, die mich immer schon anzogen:

  • Die Ästhetik der 1920er bis 1950er, die ich einige Jahre sehr exzessiv kopierte.
  • Der Purismus, der meiner 20er begleitete.
  • Die Elemente der aktuellen Mode, die das Zeug zu einer längerfristigen Verweildauer hatten.
  • Das Elegant-Rockige, das ich in meinen 30ern mit Lederhosen, Seidenblusen und teurer Spitzenwäsche neben
  • die Klassik der Gamine im Stile Audrey Hepburns stellte.
  • Die Bohème, der Hippie in mir, der immer nur sehr dezent zum Vorschein kam …

… und zu der es mich immer mal wieder hinzieht, stärker und stärker. Mit dem schwarzgrundigen Kleid kam die Liebe schon zum Tragen und als ich im Dezember letzten Jahres einen ganz ähnlichen Stoff – einen blaugrundigen Viskosetwill mit Blumenmuster – fand, war die Versuchung groß, ihn zum gleichen Kleid zu verabeiten. Doch ein wenig Pinterestschau und Schnittwühlerei später und ich wollte ein Kleid mit hoher Taille. Und so bastelte ich in der letzten Woche daran herum, dieses Mal wieder auf Grundlage des Pepin-Grundschnittes, und das mit nur vagen Vorstellungen. So ist dieses Kleid noch ein wenig brav, aber aufpeppbar. Und es trägt sich sehr schön oder wird sich schön tragen, wenn nur der Lenz endlich eintrifft.

Jedoch: Wie lichtet man ein Empirekleid in dunklem Muster ab, so dass man die hohe Taille auch erkennen kann? Es folgen nun – für diesen Blog zumindest – ungewöhnlich viele Bilder, wie es eher nicht gelingt …

 

 

Versuch 1: Einfach mal schräg hinstellen und auf das Vögelchen warten. Warten. Warten … warten … hmm, hatte ich das nicht – Ah, ja doch! Dann noch einmal:

 

 

Versuch 2: Einfach noch einmal das Selbe und dieses Mal darauf vertrauen, dass die Kamera wirklich knipst. Also lächeln, lächeln, lächeln, bis das Lächeln eintrocknet … ja, sehr hübsch. Man erkennt rein gar nichts von der hohen Taille. Weiter.

 

 

Versuch 3: Raus mit der Hüfte, etwas seitlicher und hey, da war doch noch was? Peace!
Sieht in der Küche aber doch etwas albern aus und so viel Hippie ist ja auch noch nicht erreicht.

 

 

Versuch 4: Ohne Spökes, weiter eingedreht – und hurra, man sieht die Kellerfalte. Aber auch unglaublich viel Enthusiasmus und Freude über das Endergebnis …

 

 

Versuch 5: Im Profil müsste die hohe Linie doch zu sehen sein? Nein? Tja, aber immerhin ein elegischer Blick aus dem Fenster ist drin.

 

 

Versuch 6: Vielleicht sollte ich mich nach rechts wenden? Und genau beobachten, wie sich zwei Katzen an des Hundes Leckerli-Beutel zu schaffen machen? Herrlich kühl-arrogant der Blick – hätte ich nun einen Anzug mit breiten Schultern an, wäre ich zufrieden.

 

 

Versuch 7: Natürlich, wie dumm von mir – dieses Kleid braucht Bewegung! Freiheit, Liebe, Blumen! Aber vielleicht sollte ich mich entscheiden, ob ich knutschen oder über matschige Kuhwiesen laufen will.

 

 

Versuch 8: Wedeln, immer wedeln mit dem Rockteil. Ja, das ist doch viel besser – aber vielleicht auch noch freundlich gucken dabei? Ein bißchen lächeln? Nur ein wenig?

 

 

Versuch 9: Jetzt reicht es, besser wird es nicht mehr, so bleibt das jetzt. Basta! Love and peace!

Puh, da war das Nähen fast schneller erledigt als das Knipsen. Nun bin ich viel zu erschöpft, der Tag zu weit fortgeschritten, als das ich noch etwas zum Schnitt oder zum sehr eigensinnigen Stoff sagen möchte – ich trage mich noch beim Creadienstag ein, hüpfe in die regentaugliche Jeans zurück und erledige noch den Einkauf, der so gar nicht zur Bohème passen will …

 

Ein bißchen Fischer, ein wenig Audrey

Nähend werde ich immer langsamer und langsamer – das mag damit zusammen hängen, dass ich immer weniger gut winzige Aufschriften lesen und dem Lauf der Nähmaschinennadel folgen kann. Oder, was viel schöner klingt, es liegt einfach an der mangelnden Zeit und darab, dass ich somit weniger im Training bin. Ja, es ist eindeutig die Zeit, die ein Problem ist …

Wie immer, wenn ich nicht viel nähe, kaufe ich viel zu viel Stoff und diese Stapel muss ich, will ich abarbeiten. Nun also eine Bluse. Eine Hemdbluse. Die in der ersten Version noch einen Kragen hatte, den ich schlampig schnell nach einer 08/15-Anleitung gezeichnet hatte. Hat sich gerächt. Also ist es nun eine kragenlose, manschettenlose und nahezu knopflose Hemdbluse geworden, die mich ein wenig an norddeutsche Fischerhemden erinnert:

 

 

Und weil das Hemdblüschen so ganz ohne Kragen ein wenig traurig wirkte, spielte ich mit den Stoffresten umher und beschloss, eine Art Schleife auf Höhe der sonst üblichen Brusttaschen anzubringen. Wie immer hätte ich das viel ordentlicher machen sollen, aber wie gesagt: Mir verschwimmen mitunter die Nähte vor den Augen, wenn es um Millimeterarbeit geht.

 

 

Aus dem Hemdschnitt möchte ich in nächster Zeit noch mehr heraus holen: Mit einem vernünftig konstruierten Kragen, mit einem leicht abgeschrägten Halsausschnitt, mit einer Passe auch im vorderen Bereich, vielleicht doch auch mit Taillenabnähern, mit mehr Knöpfen – der Möglichkeiten sind bei diesem simplen Schnitt ja viele.

 

 

Dieses Mal habe ich dem Rückenteil eine Kellerfalte von insgesamt 12 cm Mehrweite spendiert. Das gefällt mir zwar sehr gut, lässt mich aber nicht gut testen, ob der Schnitt mit Abnähern nicht doch zu eng an der Hüfte wird. Und für Probemodelle habe ich mittlerweile gar keine Zeit mehr, was verblüffend ist: Früher, als die Jungs noch klein waren, nahm ich immer an, dass ich unglaublich viel Zeit für Haus und Haar und Haut und halles handeres haben würde, wenn sie erst einmal in der weiterführenden Schule sein würden. Erstaunlicherweise sieht die Realität anders aus, aber tiefergehende Gedanken über unser Schulwesen mache ich mir ein anderes Mal.

Weniger Zeit ist natürlich nicht nur den Kindern geschuldet, sondern auch den Tieren, die ebenfalls ihr Recht auf Nähe und Schmusen fordern. Und auch das verhasste Fotografieren ist dank der drei vierbeinigen Lebenwesen nicht leichter oder zeiteffizienter geworden. So sieht das nämlich aus, wenn ich mein Stativ aufbaue:

 

Die Küche ist der einzige Raum, in den Maxi nur zögerlich eintritt und mit sehr viel Respekt. Ganz besonders, wenn eine der Katzen schon dort ist. Richtig schlimm ist es, wenn er zwar in meiner Nähe sein will, aber ein garstiger Sturm ums Haus und durch den Dunstabzug lärmt – vor starkem Wind fürchtet er sich nämlich richtig. Da gab es dann ein Extraleckerchen für ihn:

 

 

Er verschwand dann doch lieber in seinem Boot, was Momo dazu nutzte, mein Haargummi über den Boden zu scheuchen, es unter dem Kühlschrank zu verstauen und mir auf den Arm zu hüpfen.

 

 

Viel hübscher kann die Hemdbluse nicht präsentiert werden als mit Momo auf dem Arm. Die natürlich sofort wieder runter wollte, als Minusch in der Tür auftauchte – das war der Moment, an dem ich aufgab:  Die neuen Ballerinen hatte ich lang genug eingelaufen, Maxi brauchte seinen zweiten Spaziergang und überhaupt hatte ich noch so viel vor an diesem Tag. Nichts davon ist bislang wirklich geschafft. Erst beim Sichten der Bilder gerade eben fiel mir auf, dass Hose und Schuhe dem eh schon femininen Fischerhemd noch einen Minihauch von Audrey verleihen. Kann so bleiben, denke ich …

Und obwohl es hier ganz viele Tiere gibt, genäht habe ich nur für mich und deshalb qualifiziert sich die störrische Hemdbluse für den RUMS.

Bloggen: Links, Listen, Layout

Wundert euch nicht, mir liegt seit einigen Tagen etwas eigentlich Selbstverständliches auf der Seele. Na, auf der Seele ist übertrieben, aber es treibt mich um.

Zum einen ist da die Sache mit der Blogroll, der Leseliste, der Besuchsempfehlungen: Als einer der altmodischen Bloggerinnen gehört sie für mich zum eigenen Blog dazu. Den ersten Blog habe ich vor 12 Jahren gestartet und das Erste, was ich tat, war das Auflisten all der Blogs, die ich regelmäßig besuchte. Ich schloß den Blog, öffnete Monate später einen zweiten, schloß ihn, wartete ein Jahr und begann den dritten – ernsthaft diesmal. Und zog mit ihm einige Jahre später um. Jedesmal war die erste Tat das Befüllen meiner Leseliste, die ich seitdem regelmäßig pflegte und hegte. Immer spiegelte sie meine derzeitigen Vorlieben wieder oder meine intensivsten Kontakte oder beides. Als wordpress sich immer weiter entwickelte, kippte die Mitentwicklung der dynamischen Blogroll (also eine Verlinkung zu den Blogs, die immer die aktuellsten Beiträge zeigt) hinten über und irgendwann stand ich wie alle WordPresser entweder mit einer statischen Leseliste oder eben gar keiner da.

Über Wochen und Monate suchte ich mich dumm und dusselig, schrottete einmal fast den Server meines Hosts, weil ein Plugin im Sekundentakt nach Daten, Daten, Daten suchte. Ich trug Links ohne Ende in Plugins ohne Ende ein, um zu testen und zu schauen und verbrachte damit Stunden und Tage. Und immer wieder traf ich auf meiner Suche auf Foreneinträge und Beiträge und Kommentare, die mir sagten: DAS IST SO OUT. DAS IST NICHT COOL. DAS IST OLD SCHOOL. Spontan fühlte ich mich alt. Und starrsinnig. Also altersstarsinnig. Denn jetzt erst recht, ich wollte meine Leseliste, unbedingt. Weshalb?

Weil für mich diese Empfehlung anderer Bloggerinnen eine Selbstverständlichkeit ist. Dieses Weiterleiten einer Leserin an eine Bloggerin zeugt von meiner Wertschätzung beider. Ich habe mich immer gefreut, durch Blogs, die ich liebte, noch mehr Blogs zu finden, denen ich mein Herz schenken konnte. Dabei kommt es auch  nicht auf Gegenseitigkeit an; ich verlinke mit Wonne auch zu Blogs, die mich nicht kennen und habe dazu (oft leider) im Gegenzug gar nicht auf dem Radar, wer mich verlinkt. Dieses  sich gegenseitig auf die Liste derer, die ich nicht verpassen mag, setzen, ist für mich eine Form von Währung, von Anerkennung – und ich finde es bezeichnend für unsere Zeit, dass das nun uncool, out und unmodern sein soll. Es gibt so viele nackte Seitenleisten … SPREAD THE LOVE! Ein gutes Plugin dafür ist übrigens feedzy lite, das zwar einiges an händischer Arbeit verlangt, aber sich dafür schön anpassen lässt. Ich freue mich  im Augenblick täglich mehrfach wie jeck, wenn ich sehe, wie schön die neuesten Beiträge meiner Lieblingsbloggerinnen präsentiert werden.

Und so wie ich mich über jeden Link freue, den ich erhalte, freue ich mich auch über jeden Kommentar, auch wenn ich nicht immer dazu komme, jeden zu beantworten.

Was also liegt näher, als auch die Kommentatorinnen – viele ebenfalls mit eigenem Blog – prominent zu präsentieren? Je nach theme sind die Kommentare schon mit dem Avatar versehen; ich musste dazu ebenfalls ein Plugin installieren. (Jajajaja, ich weiß, wir sollen und wollen alle unsere Scripte schon schlank und unbelastet halten … aber dennoch. Trotzdem! Altersstarrsinn hurra!)

Dass die Anzahl der Kommentare, die Blogs erhalten, zurück gegangen seien, wird immer wieder beklagt und besprochen. Die meisten versprechen sich dann, bei sich selbst zu beginnen, geloben Besserung und wollen in Zukunft mehr bei anderen kommentieren. Nehme ich mir auch immer wieder vor, aber ich bin erstaunlich schüchtern, auch wenn das kaum zu glauben sein mag. Oft ist aber wohl der Fakt, dass viele nur noch am Smartphone lesen und das über Feedreader, der Grund, weshalb Kommentare weniger werden – der Weg ist zu lang. Auch die Aufteilung auf facebook, twitter, instagram sorgt für weniger Kommunikation im Blog selbst. Umso mehr lohnt es sich, die unerschrockenen Kommentatorinnen zu würdigen – die ich noch mal darauf hinweisen möchte, doch auch immer den Link zu ihrem Blog da zu lassen. Ich zumindest habe spannende Blogs nicht allein durch Blogrolls gefunden, sondern auch durch Kommentare in fremden Blogs. Also, liebe Leserinnen, stürzt euch ins Gespräch.

Insgesamt habe ich den Eindruck, dass der Weg von den Blogs weg zu den Schnellgesprächen und raschen Bildern auf den sozialen Netzwerken sich langsam in die Kurve legt und zum Ausgangsziel zurück führt. Es kommen in letzter Zeit vermehrt Blogs dazu, die gut angenommen und gelesen werden, so als ob wir alle das ständige Fast Food nicht mehr sehen könnten – und das sollte uns freuen und motivieren, öfter am Layout zu basteln. Und uns das der anderen Bloggerinnen einmal anzuschauen, wenn wir bislang nur über den Feedreader gelesen haben sollten.

Ich setze mich etwa einmal im Jahr an mein Bloglayout, mal mit großen, mal mit kleineren Änderungen und jedes Mal bin ich davon überzeugt, es nun endgültig gefunden zu haben. Wohlwissend, dass das über die nächsten Dekaden so weiter gehen wird. Weil sich nicht nur meine Vorlieben verschieben, sondern weil sich auch unser aller Blickgewohnheiten ändern, je nachdem, was wir nun als modern oder passend empfinden.

Ich persönlich bin ja immer ein wenig enttäuscht, wenn ich auf spannende Blogs treffen, die sich irgendwann für das Standardtheme ihres Anbieters entschieden haben und nichts daraus machen. Manchmal mag es genau das Passende sein für die Persönlichkeit der Bloggerin, für ihren (Schreib)Stil und ihre Vorlieben. Und das soll beileibe keine Kritik sein! Vielleicht sollte ich eher sagen: Ich freue mich immer sehr, wenn ich einen neuen Blog finde (oder regelmäßig auf meine Lieblinge treffe) und das Layout mir als visuellem Menschen gleich mitteilt, was ich erwarten kann, ein Layout, das mir hilft, den Schreibstil zu erkennen und entschlüssseln, das mich einlädt und mir sagt: hier hat jemand Freude an dem, was er tut. Genauso froh bin ich, wenn mir ein giftgrünes Layout mit hüpfenden Hasen, blinkenden Herzen und kindlicher Schreibschift klarmacht, keine kostbare Zeit zu verschwenden, weil diese Bloggerin und ich vermutlich wenig gemein habe.

Und entsprechend schade finde ich es, wenn andere ein liebevoll gestaltetes, virtuelles Wohnzimmer nicht betreten. Auch da möchte ich gerne rufen: Geht mal wieder mehr raus, besucht einander und lasst Blumen da. Ich gehe für jeden Beitrag zum Blog selbst hin und wünschte mir manchmal, ich könnte schnell einen Killroy hinterlassen, weil die Zeit eben auch nicht immer für einen Kommentar reicht – einfach nur um zu zeigen, wie gerne man kommt. Nunja, ich bin eben unmodern, uncool, old school 😀

Los jetzt – Frühling!

Es ist der 23. Februar 2017, das Thermometer zeigt 10,6 °C, der Himmel hängt grau und tief. Und dennoch: auf dem Hundespaziergang singen die Vögel, die Zweige zeigen feine Knospen und die Laune sagt es aus. Es wird Zeit für den Frühling. Am liebsten sofort und am liebsten dürfte sich auch ein sehr früher Sommer bald zeigen. Gut, diese Hoffnung wird wohl enttäuscht werden und ich will es auch nicht übertreiben.

Aber was tut die schneidernde Frau? Sie näht sich die warme Jahreszeit herbei. In diesem Fall mit einem lässigen Jacket in nebenweiß.

 

 

Der Stoff ist eine grob gewebte Baumwolle mit einem leichten Schimmer, das Futter ein hellblauer Acetat.

 

 

Wer genau hinschaut, erkennt: ich war schon wieder faul. Wie auch beim letztem Jacket habe ich auf Knöpfe verzichtet. Da die Jacke eher weit als eng ist, werde ich sie nie geschlossen tragen. Weshalb also sollte ich mir die Arbeit machen? Eben 🙂

 

 

Ich bin sehr versucht, noch einige Jackets zu nähen. Wenn ich nur die Zeit fände, einen zweiten Schnitt zu zeichnen, der figurnäher ist – und der dann auch mal Knöpfe bekäme … achja, vielleicht sollte ich abwarten, bis der Winter ganz sicher entschwunden ist. Nur nähen ohne das Ergebnis gleich ausführen zu können, ist doch traurig, oder? Oder nicht? Oder doch? Na, solange ich mich nicht entscheiden kann, schaue ich mich beim Rums um 🙂

Achja, eines noch, weil ich in letzter Zeit immer mal auf die Küche hingewiesen wurde – weshalb knipse ich hier, wo doch der Hintergrund so unruhig/unfeministisch/profan sei: es gibt in unserem Haus schlicht keinen Ort, der ruhig/kämpferisch/besonders ist und dabei so viel Licht und Platz bietet. So traurig es ist, so ist es nun einmal bis auf weiteres.